Nach der Feiertagspause reisten die Prenzlauer Handballer zum letzten Hinrundenspiel zur zweiten Vertretung des HSV Bernauer Bären. Dort erwartete die Uckermärker eine schwere Aufgabe. Die Bären bestimmen seit Jahren das Niveau der Kreisliga mit, was nicht nur die Meistertitel und Pokalsiege verdeutlichen. Vor der Partie mit 4 Minuspunkten auf Rang 3 liegend, wollten sie unbedingt gewinnen, um zu den Fortunen aufzuschließen.

Den besseren Start in die Partie erwischten aber die Prenzlauer. Ringo Pohling im Fortuna-Gehäuse entschärfte gleich die ersten drei Angriffe der Gastgeber und seine Vorderleute brachten die Gäste 0:2 in Front. Dann folgte der erste Treffer der Hausherren. Diesen erwiderte Fortuna mit dem 1:3. Da in der folgenden Phase die Angriffe auf beiden Seiten nicht immer von Erfolg gekrönt waren, spielte sich keine Mannschaft in den Vordergrund. An der Anzeigetafel war immer der gleiche Ablauf zu verzeichnen. Wenn Bernau den Anschlusstreffer erzielte, stellte Prenzlau den 2-Tore-Abstand wieder her. Bis zum 5:7 folgte der Spielstand diesem Muster und für Fortuna waren bereits 6 verschiedene Torschützen erfolgreich. Dann aber riss der Erfolgsfaden auf Prenzlauer Seite. Die Gastgeber drehten den Spielstand mit vier Treffern in Folge auf 9:7. Robert Fronicke beendete die torlose Zeit für die Fortunen mit dem 9:8. Bernau zeigt sich jedoch unbeeindruckt und erhöhte auf 3 Tore – 11:8. Nach dem 11:9 durch Oliver Gässler wurde die erste Zeitstrafe der Partie verhängt. Die Gäste nutzen die Überzahl in Person von Silvio Hiller für zwei Tore zum 11:11- Ausgleich. Mit Beginn der Schlussphase erhöhten die Randberliner wieder auf 13:11. Prenzlau konnte dies vorerst egalisieren, ehe Bernau mit zwei weiteren Treffern den Abstand beim 15:13 wieder herstellte. Die letzte Chance der Uckermärker nutzte Steffen Fiedler zum 15:14-Halbzeitstand.

Nachdem sich die Personalplanungen auf Prenzlauer Seite schon im Vorfeld der Partie schwierig gestaltete, erreichte die Mannschaft in der ersten Hälfte weitere Hiobsbotschaften. Zunächst verletzte sich Kapitän Falko Jäger ohne Fremdeinwirkung und konnte auf der Platte nicht mehr eingreifen. Dann musste auch Richard Janke durch die unverschuldete Verwicklung in einen Verkehrsunfall die Anreise zum Spiel verletzungsbedingt abbrechen.

Die Mannschaft wollte nun eine Trotzreaktion zeigen und strebte nach einem Punktgewinn für ihre Mitspieler.

Nach dem Ausgleich mit Beginn der zweiten Hälfte und Pohlings Parade brachte Alexander Herklotz in seinem ersten Spiel im Männerbereich seine Mannschaft per Strafwurf in Führung. Die folgende Überzahl lief einmal mehr schlecht für die Gäste. Es sollte kein Torerfolg gelingen und Pohling war es zu verdanken, dass die Führung zunächst Bestand hatte. Dann musste Fortuna eine Zeitstrafe hinnehmen und Bernau erzielte per Strafwurf den Ausgleich. Die Unterzahl konnte schadlos überstanden werden und wieder vollzählig auf der Platte brachte Fiedler die Gäste erneut in Front – 16:17. Wie schon im ersten Abschnitt fielen jetzt die Treffer auf beiden Seiten im Wechsel. Die Gastgeber glichen aus und Fortuna antwortete mit dem Führungstreffer. Nach dem 20:20 folgte eine erneute Zeitstrafe für die Hausherren. Doch Fortuna zog keinen Nutzen daraus. Stattdessen wurde der Gegner aufgebaut und ihm die Führung zum 22:20 ermöglicht. Nach dem 22:21 wurde das Spiel dann von den Abwehrreihen und den Torhütern dominiert. Bernau beendete zuerst die torlose Zeit und nach ihrer Auszeit trafen auch die Prenzlauer wieder. Hiller und Gässler sorgten für den 23:23-Ausgleich. Die Hausherren legten jedoch ebenfalls zwei Tore nach und gingen mit 23:25 in die letzten Spielminuten. Zunächst konnte Fortuna den Rückstand nicht verringern. Jedoch stimmte die Moral in der Mannschaft und in Ringo Pohling hatte sie ihre Lebensversicherung. Er vernagelte jetzt sein Gehäuse und sein gehaltener Strafwurf war noch einmal die Initialzündung. Silvio Hiller vollendete zwei Mal zum 25:25-Ausgleich. Ihren Angriff mit Beginn der Schlussminute verpatzten die Prenzlauer aber durch einen technischen Fehler. Doch auch Bernau blieb torlos. Der freie Wurf aus kürzester Entfernung landete an der Stirn des Prenzlauer Schlussmannes. Fortuna zog noch einmal Richtung Bären-Tor, jedoch sprang nur noch ein Freiwurf mit der Schlusssirene heraus. Dieser brachte erwartungsgemäß keinen Torerfolg mehr.

Ein über die gesamte Spielzeit gesehen leistungsgerechtes Ergebnis in einem Spiel, das beide Mannschaften für sich entscheiden hätten können. Während die Gastgeber den Rückstand in der Tabelle so nicht verringerten und unzufrieden mit der dem Ergebnis waren, freuten sich die Prenzlauer über den Punktgewinn. Schließlich konnten sie seit dem Rückzug aus der Landesliga 2013 bisher keine Punkte mehr aus der Bernauer Halle entführen. Dieser Bann ist nun durchbrochen.

Die nächste schwere Aufgabe steht den Fortunen aber bereits bevor. Am Samstag kommt zum Rückrundenauftakt der ungeschlagene Tabellenführer Lok Templin zum Derby in die Stadt am Uckersee. Mit fantastischer Unterstützung von den Rängen, wollen die Männer ungeachtet der Personalsituation dem Spitzenreiter alles abverlangen!

Fortuna: R. Pohling (TW), S. Hiller (7), R. Fronicke (2), Ch. Holdack, T. Ulrich, St. Fiedler (4), F. Jäger (1/1), O. Gässler (7), T. Labsch, E. Runge (1), J. Heinrich (1), A. Herklotz (2/1)

Hinausstellungen:       Bernau II 3 – Fortuna 1

Strafwürfe:                 Bernau II 6/4 – Fortuna 2/2

Bilder: Bodo Runge

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